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 KaKi Kunst


 
 
 
Vom Sein und Nichtsein

Tief im Osten
muss die Freiheit wohl gar nicht mehr sein
Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man,
blieben unter Haus und Auto, und dann
würden mein und dein Leben, und so
plötzlich nichtig und klein

Kein Geld, keine Kultur
stattdessen Cholesterin fressen,
alles lupenrein wischen, den Keller ausmisten,
nach weltlichem Wert graben,
der Welt den Rücken kehren, alles leerfegen,
den Kopf gleich mit, nirgends Profit

Den Küchenboden bohnern und den Hausflur,
Klamotten aussortieren, 15 Päckchen Spinat einfrieren,
Vorrat schaffen, Kartoffeln einlagern,
schneebedeckte Fächer in Küchenschränken
nach Resten durchstöbern
Mehl, Zucker, Tee, Pudding und einmal Salatdressing
Die letzten Kröten zusammenkratzen,
eine Flasche Milch kaufen, Schokopudding machen, satt

Danach wieder Besitz sortieren
Kosmetikartikel, Kleider, Schuhe,
alles sorgfältig putzen und positionieren
Innen alles aufgeräumt und doch nichts!
Abschweifen, ängstlichen Blick aus Fenster werfen,
lesender Mensch auf Parkbank,
leere Sauberkeit drinnen macht krank
Ich muss raus!

Zugeknöpft und beschalt
wage ich mich in die gutbeschuhte Menge
Doch erst noch checken, ob das Wasser aus ist zu Haus,
der Herd, das Radio
Mehrfach vergewissern, dann noch mal aufs Klo
Drei Stück Schokoladenglücklichsein und ab ins Gewühl

Erspäh' mit Augen aus Maskara und Händen aus Staub
zweimal "Guten Tag" und sechsmal "Guter Wagen",
mit 80 Sachen der Zeit entgegenjagen
Rasen bei Regen mit Sonnenbrille,
wie Pferde mit Scheuklappen dem nächsten Sieg entgegen

Mit dem Einzug der Nacht
verfliegt der Glanz des Schönen ganz
Schneeflocken fallen wie Silberregen
im Scheinwerferlicht kreischender Motoren
Augen und Hände verlieren ihr dumpfes Angesicht
Im Schaufenster erblickt mich ein fremdes Ich
Es lächelt mir zu, als wollt' es sagen: "Ich kenne dich."

Auf dem Heimweg treff ich dich,
wir kennen uns von früher, woher weiß ich nicht
In der Schule warst du mein Freund,
haben gemeinsam von Bowie und Falco geträumt,
sagst du
Ich erinner' mich, auch an die Träume
Du lebst sie noch immer,
gibst mir Karten für deinen Auftritt
und umarmst mich zum Abschied

Zurück im Heim erwacht der Pollock in mir,
weißen Grund bespritz' ich
mit eins, zwei, drei, vier Farben
Die ganze Welt in einem Bild - will ich,
mein ganzes Herz, mein ganzer Schmerz,
mein ganzes Leben - und kann es nicht
Ich wollt', ich könnt' ein einz'ges Mal
die betäubende Pein erlegen

Der nächste Morgen bringt Alltag und Masken
Mein ganzes Herz, mein ganzer Schmerz,
mein ganzes Leben
bedeuten hier nichts
Ich vergess' mich
und die Erinnerung daran,
stülp' die Maske ganz über
und verschwinde dann.


 
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© Katrin Kittelmann